Der passende Kaffee für unser Cafè
in der Lübecker Innenstadt

Wir finden unser Herz; den Kaffee!

Das Herz eines Cafès sollte unserer Meinung nach ein perfekt abgestimmter Kaffee sein, der angenehm zu trinken ist und eine eigene, besondere Note hat. Genau nach dieser Art von Kaffee wollten wir Ausschau halten und dabei alle Facetten kennenlernen, wie aus einer grünen, nach Heu riechenden Bohne exquisiter Kaffee wird. Deshalb entschlossen wir mehr über die Kunst des Röstens zu erfahren und buchten kurzer Hand im Juni 2016 einen Röstkurs bei Quijote Kaffee in Hamburg.

Café-Kunst und Zauberei in der Engelsgrube in Lübeck, InnenstadtIn einer kleinen Gruppe mit 5 anderen Kaffeeliebhabern gab es einen sehr interessanten Tag, an dem wir zuerst das Grundlagenwissen zum Thema Röstprofile, Röstdauer, Rösttemperatur oder Röstgrade durchsprachen. Danach entstand ein offener Austausch aller Teilnehmer, warum jeder diesen Röstkurs machte und was jeder danach weiter geplant hatte. So war es sehr interessant welche abwechslungsreichen Gründe jeden einzelnen zu diesem Treffen veranlasst hatte. Am Ende des Tages hieß es nun alle durchgesprochenen Informationen in erlerntes Wissen umzuwandeln – was heißt alles am Besten in der Praxis auszutesten. So ging es direkt an einen netten, kleinen Proberöster, an dem jeder ein eigenes Röstprofile „fahren“ durfte. Wichtig hierbei war die Erkenntnis, dass nicht eine bestimmte Temperatur für eine angedachte Zeitdauer gehalten werden sollte, sondern zuerst die Bohnen bei leichtem Temperaturanstieg ein paar Minuten getrocknet werden und dann die Bohnen bis zu einer vorher bestimmten Maximaltemperatur geröstet werden. Genaueres müsst ihr Euch allerdings bei Quijote selbst erklären lassen. 🙂

Was mir aber von diesem ganzen langen Tag am nachhaltigsten im Gedächtnis bleiben sollte und ich am beeindruckendsten empfand, war das ehrliche Darlegen der nachhaltigen, fairen und sozial geprägten Philosophie von Quijote durch unseren Kursleiter („Pingo“). Dieser war mit Herzblut von seiner Sache so sehr überzeugt, dass das nur ansteckend wirken konnte. So kauft Quijote nur direkt gehandelten Kaffee von Kleinbauern, die Quijote mindestens einmal pro Jahr vor Ort besucht. Die Bauern werden nicht ausgebeutet, sondern bekommen Unterstützung durch Quijote in Form von Wissen und Bildung und zudem einen weit höheren Mindestpreis pro Kilo Rohkaffee als beim „Fair Trade“-Label. Das Ziel ist, das eigene soziale Umfeld der Bauern zu stärken und durch den Wissensaustausch qualitativ hochwertigen Kaffee anzubauen. Das klang alles nicht nur fantastisch, sondern schmeckte auch so. Interessant fand ich auch zu erfahren, dass Quijote nicht auf ein Bio-Label oder „Fair Trade“-Label setzt. So müssten die Bauern horrende Summen für diese Labels bezahlen, sondern dass ein nachhaltiger Anbau für Quijote eine grundlegende Bedingung für die Zusammenarbeit mit den Bauern darstellt. Das alles und noch viel mehr überzeugte mich sofort und ich wollte von Quijote unbedingt einen leckeren Kaffee für unser Cafè in Lübeck beziehen. „Pingo“ erklärte mir bei meiner Anfrage nur leider lächelnd, dass sie keine weiteren Kunden aufnehmen würden, da sie schon weit vor ihrer eigentlichen Planung stünden und nicht weiter expandieren wollten, um die gleichbleibend hohe Kaffeequalität liefern zu können.

Netterweise verwies er mich an Nadine & Olli von den Flying Roasters in Berlin, mit denen Quijote kooperiert und die gemeinsam den gleichen Rohkaffee beziehen. So kam es zu einem einstündigen Telefonat mit Nadine, bei der ich unser Konzept vorstellte und erklärte, welche Art von Kaffee wir gerne ausschenken wollten. So kamen wir zu unserem Röster des Vertrauens und mussten nun austesten, welcher Kaffee unseren eigenen Vorstellungen entsprach. Ein paar Tage später traf das ersehnte Verkostungspaket bei uns ein.

… mehr dazu bald im Beitrag „Eine lange Nacht im Cafè – Einstellen von Kaffeemühle & VBM Siebträgermaschine“