Im Café zaubern wir aus Kaffeebohnen
einen leckeren Espresso

Und das ist fast schon eine Wissenschaft

Nachdem wir unseren Wunschkaffee „Nightingale“ von den Flying Roasters gefunden hatten, ging es ans exakte Einstellen unserer Mühle und Kaffeemaschine, die wir nach langem Beratungsgespräch bei Espresso Tecnica aus Hamburg erworben hatten. Bis aus den Kaffeebohnen ein zauberhafter Espresso wird, muss einiges aufeinander abgestimmt werden. Es gilt eine perfekte Balance zwischen Mahlgrad, Durchlaufzeit des Espresso und Kaffeemenge zu finden. Um die jeweiligen Parameter zu bestimmen gilt die Regel: immer nur eine Variable anpassen und das Resultat detailliert zu erfassen. Am frühen Abend machte ich mich mit einem guten Freund ans Werk einen weiteren Grundstein für unser Café in der Lübecker Innenstadt zu legen, damit wir unseren Gäste einen wunderbaren Kaffee ausschenken konnten. Wir fingen an einen Espresso nach dem anderen an der Maschine zu extrahieren und notierten uns die jeweiligen Parameter dazu. Die Theorie besagt ein Espresso sollte ca. 25 Sekunden zum durchlaufen benötigen und eine Menge von 30 ml ergeben. Anhand dieser Daten wählten wir Schritt für Schritt einen Mahlgrad aus, der uns nahe an dieses Ergebnis brachte.

Aber gleichzeitig muss auch immer die Mahldauer im Blick und stellenweise angepasst werden, denn um so feiner die Bohne gemahlen wird, desto weniger Kaffeepulver erzeugt die Mühle in der gleichen Zeit. Je weniger Kaffeepulver aber im Siebträger vorhanden ist, desto schneller wird der Espresso extrahiert. Wie ihr seht sind also viele kleine und feine Einstellungen nötig um sich langsam Schritt für Schritt an die perfekten Werte heranzutasten. Als weiteren Anhaltspunkt sollte nach der Extraktion auch der sogenannte „Puk“ betrachtet werden, also das gespesste Kaffeepulver, das nach dem Brühvorgang im Siebträger verbleibt. Dies sollte trocken sein und sich beim ausklopfen leicht lösen.  Alles in allem benötigen wir knapp ein Kilo Kaffeebohnen, die wir durch die Maschine und Mühle jagten, um zu einem perfekten Ergebnis zu gelangen.

Bei jedem dieser Testläufe kommt natürlich als Endprodukt ein Espresso aus der Kaffeemaschine heraus, der auch gerne Mal getrunken wird, und so wurde es eine sehr sehr lange Nacht in der wir kein Auge mehr zu bekamen und glücklich aber putzmunter ins Bett vielen.