Ein Café in Lübeck mit vielen Gesichtern

Neu als Koch, im MARAE-Team dazugestossen fiel mir zunächst das familiäre Ambiente meines neuen Arbeitsplatzes auf. Ein gemütliches und geräumiges Wohnzimmer, welches durch alles andere als einen altmodischen Einrichtungsstil besticht. Anstelle prunkvoll und nostalgisch im Staub alter Tugenden zu versinken, wirkt der Innenraum erfrischend und kunstvoll ohne und vermag es den Besucher auf subtile Art in einen Kurzurlaub auf einer warmen Insel zu schaffen.

In der stilvollen Holzmöblierung und der naturverbundenen Innenarchitektur ist deutlich die Handschrift eines jungen Paares zu erkennen, das es sich zur Aufgabe gemacht hat frischen Wind in das Lübecker Gastroklima zu pusten. Warme Klänge von ausgewählten Künstlern der Indie- und Jazzszene garantieren dem Besucher ein wiederkehrend spannenden sowie kurzweiligen Aufenthalt in einem bewusst wahrgenommenen Ambiente. Traditionell deutsche Gerichte sowie internationale Klassiker einen besonderen Stellenwert in dieser Küche und sollen nun ganz im Sinne der veganen Baseline von mir neu „vertont“ werden. Diesen Kniff jeden Tag aufs Neue zu meistern, stellte mich zunächst jeden Tag vor neue Herausforderungen. Durch meine Erfahrungen jedoch, welche ich und der vegetarischen Szene Lübecks und Berlins sammelte, war jedoch bereits viel Wissen vorhanden, welches durch Ideen und Know-How von Inhaberin Laura ergänzt und aufgefrischt wurde.

Der hauptsächliche Einsatz von nahezu ausschließlich regionalen und biologisch angebauten Produkten, macht die Arbeit zu einem besonderen Vergnügen, da man bei jedem Gericht beherzt das Gefühl haben kann dem Gast nicht nur geschmacklich sondern auch gesundheitlich ein Geschenk zu bereiten. Auch der kollegiale Umgang besticht mich auf Anhieb durch seine besonders zugewandte sowie lockere Art, frei von der so gewohnten steilen Hierarchie, welche mein bisheriges Arbeitsleben bestimmte. Schließlich fühle ich mich angekommen im MARAE und stetig auf der Suche nach neuen Abenteuern, die die vegane Küche erst bei meiner genaueren Betrachtung in schier unerschöpflicher Menge zu bieten scheint.

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