Hallo liebe Mitreisenden!

Wir hoffen ihr habt euch alle von unserem letzten Marathon-Bericht erholt?! Dann kann es ja jetzt getrost weitergehen :P Da wir uns mittlerweile wieder in Auckland befinden, muessen wir auch einiges nachholen.

Wir wollen diese Gelegenheit nutzen und „Barista Ben“ danken, denn ohne seinen sensationellen Kaffee und coole Mucke, haetten wir den letzten Beitrag sicher nie fertig bekommen. Groove Kitchen Espresso in Napier hat es moeglich gemacht, weil wir dort im gemuetlichen Cafe` sitzend den halben Tag, mit Bilder raussuchen und Texte anfertigten, verbrachten. Nur ein kleines Dankeschoen gibt es fuer den Regentag, der uns dazu brachte endlich das bisher Geschehene zu dokumentieren (jetzt koennte es naemlich langsam mal wieder aufhoeren ;) Denn bei Dauerregen, wenn man nur seinen Van als Unterschlupf hat, wuenscht man sich manchmal in die eigenen 4 Waende zurueck, die etwas groesser sind als unsere 5 m2. Also selbst wir sind momentan etwas neidisch auf euch Daheimgebliebene – gell Rici :)

So wo waren wir gleich?! Ah ja, Christchurch! Vom Arthurs Pass, tingelten wir in die Stadt, die vor 4 Jahren (als Jay gerade hinfahren wollte) eines der schlimmsten Erdbeben erlebte. Lauras letzter Besuch vor 10 Jahren rief Erinnerungen einer historischen Stadt mit viel Charakter und besonderem Vibe hervor. Um so geschockter waren wir, als wir uns nun der Innenstadt naeherten, die damals fast komplett zerstoert worden war. So liefen wir durch Strassen und Gassen, die den Eindruck machten, Opfer eines Fliegerangriffs gewesen zu sein. Die wenigen stehengebliebenen Haeuser waren zum groessten Teil so beschaedigt, dass diese von uebereinandergestapelten Schiffskontainern abgesichert werden mussten. Bei anderen leerstehenden Bauten, deuteten nur noch deren Beschriftungen darauf hin, was fuer ein Laden oder Cafe es einmal gewesen war, da die Besitzer wohl schon vor langer Zeit das Weite gesucht hatten. Die traurige Stimmung die uns ueberkam verflog aber wieder, als wir den optimistisch gestimmten Leuten und Haendlern auf dem Wochenmarkt begegneten. Aus irgendeinem Grund waren wir schon wieder recht knapp bei Kasse was unsern Gemuese- und Obstvorrat betraf, daher kamen uns die 2 Kilo Biotomaten, violetten Bohnen (die beim Kochen wieder gruen wurden) und winzigen Kartoffeln (wie sie bei Lauras Grosseltern im Garten wuchsen) nur recht. Laura ging aber selbst hier bei der Suche nach den perfekten sauren Gurken (Elfriedes Sauren Gurken) leer aus, denn dein Rezept scheint sich hier noch nicht rumgesprochen zu haben :)

Gen Norden ziehend erreichten wir am Abend die von Seeloewen bewohnten Kuesten und fuer ihren Crayifishfang (Langusten) bekannte Stadt Kairoura, um eine kleine Kuestenwanderung entlang der Steilhaenge zu unternehmen. Leider blieb uns dabei verwehrt einen der in dieser Gegend recht haeufig zu sichtenden Wale erblicken zu duerfen. Aber auch ohne dieses Ereignis kamen wir maechtig ins Schwitzen, als wir uns vom Trampelpfad entfernten, um den Rueckweg ueber einen der Steilhaenge krackselnd und halb kletternd anzutreten. Ein wunderbarer Ausblick auf den aufgehenden Mond rundete diesen Tag ab, bevor wir unsere neu gekauften Vorraete bei Stirnleutchenlicht in ein 5 Sterne Menue umwandelten. Der Morgen ging gleich kulinarisch hochklassig weiter. Nachdem wir erstmal volle Kanne die Uhrumstellung „verschlafen“ hatten und entgeistert durch die noch verlassene Stadt liefen, genossen wir anschliessend im Familienbetrieb des Cafe` „Reserve Hutt“ mit hauseigener Roesterei einen unserer bisher besten Kaffees.

Damit endete unser Aufenthalt auf der Suedinsel. Wir legten nur noch einen kurzen Stop in Picton ein. Nach einem intensiven 2 Std Tennismatch auf einem verlassenen Betonplatz im Nirgendwo, war eine Dusche (diemal voellig legal und bezahlt) in Picton’s Backpacker noetig. Die naechtlche Ueberfahrt nach Wellington bei stuermischer See war fuer unsere Maegen dann eine echte Herausforderung, der wir aber wacker/bedingt standhielten und nach 3 Stunden heilfroh wieder auf festem Boden anlandeten. Frueh morgens steuerten wir den einzigen Parkplatz in ganz Wellington an, auf dem offiziell ueber Nacht gecampt werden darf, nur um todmuede ins Bett zu fallen. Der naechste Tag sollte eine nette Ueberraschung fuer uns bereithalten, denn auf einmal standen wir unseren zwei liebgewonnenen tschechischen Hoehlenforschern gegenueber, die ebenfalls auf diesem Parkplatz genaechtigt hatten. Da mussten erstmal die neusten Erlebnisse und Fundstuecke (Muscheln, Greenstone, Gold und co.) ausgetauscht werden, bevor wir uns fuer ein gemeinsames Abendessen verabredeten, was aus Pfannkuchen bestehen sollte (was bei den beiden immer zum Jahrestag aufgetischt wird, der gerade an diesem Tag war). Da der Wellingtoner-Wind auf einmal in voller Breitseite um unsere Ohren pfiff (Wellington ist neamlich die mit Abstand windigste Stadt der Welt) wurden die Pfannkuchen-session auf den naechsten morgen. Vincent und Janas Pfannkuchenteig bzw Palatschinken wie man in Tschechien sagt, bestand aus 1Kilo Mehl, 10 Eiern und sonstigen nicht knapp bemessenen Zutaten die 2 riesen Toepfen fuellten. Der nur etwas nachgelassene Wind verlagnte eine geuebte Hand beim Pfannkuchenwenden. Danach trennten sich unsere Wege erneut, wir gen Norden, die beiden im Sueden bleibend.

Nach einem laengeren Ritt durch die Nacht fuehrte unser Weg immer weiter entlang der Oestkueste hoch nach Napier. Hier holte uns dann, wie anfangs beschrieben, das schlechte Wetter ein und wir mussten unsere Aktivitaeten etwas beschraenken. Es reichte aber immerhin fuer einen kurzen Walk an kuriosen Felsformationen vorbei, einen Aufenthalt im Thermalbad, einen weiteren Fund in unserer Oldschool-Tennisschlaeger-Sammlung und natuerlich den leckeren Kaffees in Bens Cafe.

Weiter ging es an Gisborne und kleineren Staedten vorbei, in Richtung East Cape (der oestlichsten Spitze des Landes)  wobei wir uns nach so langer Enthaltsamkeit mit dem ein oder anderen Film ausstattet hatten, um abends auch mal gemuetlich in die Roehre zu gucken, den das schlechte Wetter wollte einfach nicht abreissen.

Ueber enge Serpentinen gelangten wir nach Te Araroa, um von dort aus die Schotterpiste zum oestlichsten Leuchtturm der Welt zu nehmen. Die Dunkelheit hatte uns an diesem Tag einen Strich durch die Rechnung machte, und so naechtigten wir auf einem einsamen Campingplatz – obwohl naechtigen der falsche Ausdruck ist, da unser Auto von den orkanartigen Windboehen so durchgeschuettelt wurde, dass es eher einer Bootstour auf stuermischer See glich und nicht einem ruhigen, erholsamen Schlummern gleich kam! Dafuer gab es morgens um 6:30 den offiziell ersten Sonnenaufgang im Tagesverlauf der Welt.  Spaeter stiefelten wir noch leicht verschlafen die Stufen zum Leuchtturm empor. Da der Aufstieg durch Baeume und Buesche etwas geschuetz war, purzelten wir fast ruecklinks wieder bergab, als wir die Spitze erreichten und von der ersten Sturmboehe mit schaetzungsweise 150 KM/h (gefuehlsmaesig sogar mehr!) fast weggepustet wurden. Die Flugversuche klappten zum Glueck noch nicht ganz, aber wir konnten uns gemuetlich gegen den Wind lehnen, um in Schraegelage den Ausblick zu geniessen.

Im Schulhof von Te Araroa konnten wir den groessten Pohutukawa Baum Neuseelands (auch bekannt als neuseelaendischer Weihnachtsbaum, da er immer um Weihnachten seine roten Blueten zeigt), mit seinen unglaublichen 40m Durchmesser, betrachten. Und Jay erhielt kurz darauf nicht nur den seit 2 Tage vermissten Kaffee, sondern wurde von einem vierbeinigen und sehr verschmusten neuen Freund eingenommen.

Unser Ritt fuehrte weiter westwaerts, immer am Meer entlang, bis wir Whakatane erreichten. Dort gab es wieder ein paar Cafés, die wir unbedingt austesten mussten, um gestaerkt und putzmunter bei Daemmerung auf Kiwi-Suche zu gehen. Bestens ausgeruestet mit unseren Stirnleuchten, die wir mit einem roten Folie versahen, um die nachtaktiven und sehr scheuen Tiere nicht zu verschrecken, gings damit ab in den Wald. Leider konnten wir nur das Gepiepse der Kleinen aus der Ferne hoeren, einen naeheren Anblick blieb uns verwehrt. Dafuer machten wir am naechsten Tag, der endlich mal wieder Sonnenschein mit sich brachte, einen ausgiebigen Strandspaziergang mit Blick auf White Island, Neuseelands einzig aktiver Vulkan (wobei es auch Neuseelands einziger aktiver Vulkan oder Neuseelands einzigem aktivem Vulkan sein koennte, hier waehren dann Knut bzw. Mercedes gefragt)

Ueber Rotorua ging es weiter nach Hamilton. Im Rocket Coffee (Café/Roesterei) wurde uns vom Barista, der beste Kaffee unseres ganzen Trips zubereitet, der unbeschreiblich vielfaeltig und aromatisch schmeckte. Unser Wissbegierde ueber diesen Trunk wurde bei einem kleiner Rundgang durch die Roesterei gestillt. Ueber eine Stunde erzaehlte uns der mit vollem Herzblut strotzenden Fachmann alles was man ueber Kaffee so wissen sollte, so dass wir den Kaffeegenuss danach in einem ganz anderen Blickwinkel betrachteten. Mit unvergesslichen Geschmacksexplosionen und einem kleinen Packet Kaffeebohnen im Gepaeck machten wir uns auf in Richtung Auckland, in die Stadt des ewigen Verkehrschaoses…2 Std Rushhour Stau um gute 30km zu ueberwinden.

Damit endeten auch unsere ereignisreicher Roadtrip, die zum Teil unvergesslichen Begegnungen und Abenteuer die wir in den wunderschoenen dreieinhalb Monaten erleben durften. In Auckland gilt nun die Mission “Auto Verkauf” und wir hoffen das Thema ohne grosse finanzielle Einbuse ueber die Buehe zu bringen, bevor wir am 27.04 in den Flieger nach Bali steigen, um das zweite Kapitel unserer Reise einzuleiten.

Neuseeland – wir sagen lebewohl und danke fuer die praegenden Eindruecke die wir sammeln durften.

Ein letztes mal herzliche Gruesse an euch alle von der anderen Seite der Welt!

Jay & Laura

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